Schwerpunkt: Medienkompetenz

Jugend-Internet-Monitor: Welche sozialen Netzwerke die Jugend nutzt

Jährlich ermittelt Saferinternet.at die beliebtesten sozialen Netzwerke der Jugend. Das Ergebnis des Jugend-Internet-Monitor 2022: WhatsApp, YouTube und Instagram bleiben am Podest. Stark im Kommen: TikTok und Discord.

Florian Wörgötter - 24. März 2022

Hölzel Journal | Jugend-Internet-Monitor 2022

Der Jugend-Internet-Monitor 2022 von Saferinternet.at untersucht, welchen Plattformen junge Menschen am meisten Aufmerksamkeit schenken und wofür sie diese nutzen. Ein Überblick.

Die Jugend unterscheidet kaum noch zwischen digitalen und analogen Räumen – so selbstverständlich wächst sie in den sozialen Netzwerken des Internets heran. Dementsprechend vielseitig surft sie je nach Bedürfnis zwischen den verschiedensten Online-Plattformen hin und her. Um diese Nutzung für die Welt der Erwachsenen auch nachvollziehbar zu machen, befragt Österreichs Online-Aufklärungsinstanz Saferinternet.at jährlich Jugendliche nach ihren Social-Media-Lieblingsorten. Im Rahmen des Jugend-Internet-Monitor 2022 haben 400 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren an einer Online-Befragung teilgenommen.

Das Institut für Jugendkulturforschung hat die repräsentative Befragung im Dezember 2021 durchgeführt. Das Resultat: Die Top 3 der beliebtesten Internetplattformen besetzen – wie auch schon im Vorjahr – der Messengerdienst WhatsApp (96 %), die Videoplattform YouTube (95 %) und die Foto-App Instagram (81 %).

WhatsApp, YouTube & Instagram

Wofür die Jugendlichen diese Apps vorwiegend nutzen? Die beliebteste Messenger-App WhatsApp nutzen sie zum Versenden von Nachrichten, Bildern, Videos, Audio und Dateien, doch auch für Gruppenchats, Telefonie und das Teilen des Standorts.

Die populärste Videoplattform YouTube ist gleichzeitig die populärste Suchmaschine bei Jugendlichen und liefert ebenso Informationen wie Unterhaltung.

In der Foto- und Video-Sharing-Plattform Instagram holen sich die Jugendlichen inszenierte schöne Bilderwelten, gehen live, posten Stories und längere Videos (Reels).

Hoelzel Journal | Jugend-Internet-Monitor 2022 © Saferinternet.at

Der Jugend-Internet-Monitor 2022 von Saferinternet.at

TikTok und Discord am Start

Noch populärer werden konnte die chinesische Video-App TikTok, die sich mit einem Zuwachs von 13 Prozent den vierten Platz mit der Foto-App Snapchat teilt (beide 70 %), die wiederum leicht an Bedeutung verloren hat (minus 5 %). TikTok, vor allem für „kreative“ Videoclips und Playback-Videos eingesetzt, wird von 77 Prozent der Jugendlichen sogar täglich genutzt – YouTube hingegen lediglich von 64 Prozent.

Ebenfalls einen großen Sprung nach vorne machte die Chat-Plattform Discord (plus 13 % auf 46 %). Vor allem die Jüngeren nutzen das für Computerspiele erdachte Kommunikationstool als virtuellen Raum zum Abhängen und Kommunizieren.

Genderspezifische Nutzung

Der Jugend-Internet-Monitor 2022 beweist, dass Mädchen und Burschen soziale Medien unterschiedlich nutzen. Bei den weiblichen Jugendlichen weitaus beliebter sind TikTok (78 % Mädchen vs. 62 % Burschen) und Pinterest (66 % Mädchen vs. 19 % Burschen). Letzteres ist eine Online-Pinnwand für Grafiken sowie Fotografien und dient als visuelle Suchmaschine.

Im Gegensatz dazu nutzen männliche Jugendliche mehr die aus dem Gaming-Bereich kommenden Plattformen Twitch (11 % Mädchen vs. 49 % Burschen) und Discord (30 % Mädchen vs. 61 % Burschen). Hingegen auch bei Mädchen beliebt ist die Spieleplattform Roblox (24 % Mädchen vs. 17 % Burschen), auf der Nutzer/innen eigene Spiele erschaffen und mit anderen spielen können.

Facebook: Großmutter aller Netzwerke

Obwohl nahezu alle befragten Jugendlichen über WhatsApp kommunizieren, nutzen immer mehr auch Messenger-Apps wie Signal oder Telegram (beide 25 %), wobei Signal mit einem Plus von 13 Prozent weitaus schneller gewachsen ist als Telegram (plus 4 %).

Und falls Sie sich wundern, warum Ihnen auf Facebook kaum mehr Schüler/innen über den Weg laufen: Die Mutter aller sozialen Netzwerke altert zur Großmutter und wird lediglich von 29 % der Jugendlichen unter 18 Jahren verwendet. Tendenz sinkend.

 

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