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WissenPlus: Das hdgö liefert Material zur radikalisierten Republik

Geschichte und Politische Bildung: Dieses neue WissenPlus aus dem Haus der Geschichte Österreich setzt sich mit der innenpolitischen Entwicklung der Ersten Republik bis hin zur Errichtung der Diktatur im Jahr 1933 auseinander.

Georg Marschnig, Haus der Geschichte Österreich - 24. März 2022

Cover des hdgö-Unterrichtsmaterials „Die radikalisierte Republik“

Cover des hdgö-Unterrichtsmaterials „Die radikalisierte Republik“

Mit einem Beitrag zum Weg in die Diktatur in Österreich geht unsere Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreich in die zweite Runde. Das erste zeitgeschichtliche Museum der österreichischen Republik vermittelt, erzählt und ladet Jung und Alt ein, sich mit der österreichischen Geschichte auseinanderzusetzen. Mit den Inhalten dieses Beitrags können zahlreiche relevante Vergleiche zur Situation im jetzigen Österreich gezogen werden.

Lernziele des Beitrags: Die radikalisierte Republik – Schattendorf, der Justizpalastbrand und der Weg in die Diktatur

Die Schüler/innen können

  • … die politische Entwicklung der Ersten Republik in groben Zügen einordnen.
  • … Informationen aus einer statistischen Darstellung von Wahlergebnissen herausarbeiten.
  • Wahlplakate als politische Manifestationen analysieren.
  • … zeitgenössische Zeitungsartikel als historische Quellen analysieren.
  • … Perspektivität von historischen Quellen wahrnehmen.
  • autoritäre Entwicklungen in der Ersten Republik benennen.
  • … Fotografien als historische Quelle analysieren.
  • … die Inhalte von politischen Reden kritisch diskutieren.
  • Begrifflichkeiten kritisch hinterfragen und diskutieren.

Das Unterrichtsmaterial erstreckt sich über circa drei Lerneinheiten.

Erklärung zum Beitrag „Die radikalisierte Republik“

Die Zeit nach der Ausrufung der Republik Deutschösterreich im November 1918 wird als eine Zeit mannigfaltiger Krisen beschrieben. Diese permanente Krisensituation führte zur zunehmenden Militarisierung und Radikalisierung der Lage in Österreich.

Als Wendepunkt der Auseinandersetzung werden oft der Zusammenstoß von Schattendorf und der Brand des Justizpalastes am 15. Juli 1927 genannt. Diese beiden Ereignisse, begleitet von der einsetzenden Weltwirtschaftskrise, und der autoritäre Kurs Dollfuß’ führten schließlich zur Entmachtung des Parlaments und der Installation der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur ab 1933/34.

Um der besonderen inhaltlichen Qualität der Geschichte der Ersten Republik, nämlich der Auseinandersetzung zwischen zwei politischen Lagern, gerecht zu werden, ist multiperspektivisches Arbeiten ein besonderes Anliegen der vorliegenden Unterrichtsplanung.

Die Lernenden werden mit unterschiedlichen (Quellen-)Perspektiven auf die Zeit zwischen 1918 und 1933 konfrontiert und werden motiviert, diese mit dem zur Verfügung gestellten Hintergrundwissen zu verbinden. Die Anbahnung historischer Methodenkompetenzen ist diesbezüglich von großer Bedeutung.

Auszug aus dem Beitrag

Lerneinheit 1: Die politische Auseinandersetzung in den 1920er Jahren.

Einstieg (10 min): Wiederholendes Klassengespräch über den Umbruch 1918. Lehrkraft und Schüler/innen erarbeiten gemeinsam die wichtigsten Ausgangsbedingungen der Ersten Republik: Vertrag von Saint-Germain (Grenzen, Anschlussverbot etc.), Wirtschaftskrise (Reparationszahlungen, Inflation), Identitätskrise (fehlende Bindungskräfte, fehlendes demokratisches Selbstverständnis).

Arbeitsphase I (15 min): Die Schüler/innen ermitteln in Partner/innenarbeit mittels der Arbeitsblätter M1-1 und M1-2 die führenden politischen Lager der Ersten Republik und tragen die Wahlergebnisse der Parteien in die vorbereiteten Grafiken ein. Danach werden die Ergebnisse verglichen.

Arbeitsblatt M1-1; Quelle: Statistisches Handbuch für die Republik Österreich, XII. Jg., Wien 1931, 210, wiederabgedruckt in R. Stiefbold (o.J.), C 35. Zitiert nach: Emmerich Talos u.a (Hg.), Handbuch des politischen Systems Österreichs. Erste Republik 1918–1933, Wien 1995.

Arbeitsphase II (15 min): Die Schüler/innen bearbeiten in Partner/innenarbeit das Arbeitsblatt M2a oder M2b (je nach Schwierigkeitsstufe). (Bei allen Arbeitsblättern bezeichnet der Zusatz „a“ durchgehend die komplexere Variante, der Zusatz „b“ die einfachere Version.)

Durch die Analyse der beiden Wahlplakate aus dem Nationalratswahlkampf 1920 entwickeln die Schüler/innen ein grundlegendes Verständnis der ideologischen Auseinandersetzung in der Ersten Republik. Das auf dem Arbeitsblatt bereitgestellte Arbeitswissen soll sie dabei unterstützen.

Abschluss (10 min): Ergebnisdiskussion im Klassengespräch. Dabei soll insbesondere auf die Darstellung des jeweiligen politischen Gegners eingegangen werden.

 

Aktuelles aus dem Haus der Geschichte Österreich

Hitler entsorgen? Umgang mit NS-Dingen in der Gegenwart

Workshop zur Wechselausstellung “Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum”
Für Schüler/innen ab der 9. Schulstufe
Dauer: 2 Stunden
Wo begegnet uns der Nationalsozialismus heute? Welche Dinge aus der NS-Vergangenheit wurden aufbewahrt und warum? Wie könnte ein angemessener Umgang damit aussehen? In einem Teil dieses Workshops befassen sich die Schüler/innen mit den Geschichten von Objekten, die das hdgö in seine Sammlung übernommen hat. Dabei geht es sowohl um historische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit als auch um die Frage nach dem Umgang mit den Dingen seit 1945 bis in die Gegenwart.

Im anderen Abschnitt des Workshops treffen die Schüler/innen selbst eine Entscheidung für gängige Objekte mit NS-Bezug: Würden sie diese aufbewahren, verkaufen oder gar zerstören? Was bedeuten diese Dinge in der Gegenwart?

Hier geht es zum Workshop.

 

Neuer Animationsfilm: Zerbrechliche Demokratie – Österreich von 1918 bis 1948

Hier gibt’s die Hintergrundinfos aus dem hdgö.

 

Die Aufgaben-Codes für Ihren MEHR!-Kurs: eEje6IZ, eEjqKVM, eEju1Xp

Nach dem Import der Aufgabe in Ihren MEHR!-Kurs mit dem Aufgaben-Code stehen Ihren Schülerinnen und Schülern alle Infos zur Verfügung.

Tipp: Als Lehrer/in können Sie die Aufgabe in Ihrem MEHR!-Kurs bearbeiten und an Ihre Bedürfnisse anpassen − z. B. zusätzlich eigene Materialien hochladen.

So funktioniert das Importieren dieser Aufgabe in Ihren MEHR!-Kurs

Dazu müssen Sie als angemeldete Lehrperson einen MEHR!-Kurs anlegen, im MEHR!-Kurs auf AUFGABE IMPORTIEREN klicken und die Aufgaben-Codes eEje6IZ, eEjqKVM, eEju1Xp nacheinander eingeben − die Aufgaben werden importiert. Angemeldete Schüler/innen treten mit dem MEHR!-Kurs-Code Ihrem MEHR!-Kurs bei und können die Aufgaben online bearbeiten: Arbeitsdateien hochladen und interaktive Übungen machen, die automatisch korrigiert werden. Als Lehrperson können Sie einen Abgabetermin festlegen und die abgegebenen Aufgaben online bewerten.

Wie Sie Aufgaben in einen MEHR!-Kurs importieren, erfahren Sie hier.

 

Gesamter Beitrag für den Unterricht

Den gesamten Beitrag finden Sie auf der Website des Haus der Geschichte Österreich und auch als angemeldete Lehrperson im Online-Lehrerzimmer unter WissenPlus.

 

Schulbuchbezug

Geschichte und Politische Bildung

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